Cookies ermöglichen eine bestmögliche Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Seiten und Services erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr InfosOK

Begriffslexikon

Es gibt ohne Frage viele und umfangreiche Datenbanken zum Thema Wein-Wissen. Wir haben für Sie in unserem Glossar, die für uns wichtigsten Begriffe zusammengestellt – Von Weinbergen und Betriebsdaten, über zentrale Rebsorten, zu häufig gestellten Fragen.

Ignaz Kolb´sche Messweinstiftung

100 Jahre Ignaz Kolb´sche Messweinstiftung in Würzburg

Wein „fast“ wie vor 100 Jahren.
Saftig und gesund sehen Sie aus, die Silvaner Trauben. Auch am Würzburger Pfaffenberg, in der Parzelle für den „Messwein“. Der Name des Weinbergs ist gleichzeitig Programm. Die Geschichte beginnt bereits 1918 mit einer Stiftung des begüterten Würzburger Weinhändlers Ignaz Kolb und seiner Ehefrau Maria. Diese wollten damals gewährleisten, dass jedem katholischen Pfarrer ein naturreiner Wein für die Messe zur Verfügung gestellt werden könne. So ist es in der Stiftungsurkunde zu lesen. Horst Kolesch, Weingutsleiter des zuständigen Juliusspitals: „Zur damaligen Zeit drangen viele schlechte und einfachste Qualitäten aus anderen Ländern, insbesondere aus Nordafrika hier ein. Ignaz Kolb und seine Frau wollten der Geistlichkeit guten Messwein zukommen lassen.
Wie der Wein für die Liturgie beschaffen sein sollte das regelten die deutschen Bischöfe in Ihrer Messweinverordnung. Eine Art Reinheitsgebot, das sicherstellte, dass die Priester in der Messe nur naturreine Qualitätswein verwendeten. Tabu waren damit solche Tropfen die mit Honig, Zucker oder Wasser aufgehübscht waren.
Von Anfang an wurden die Weine treuhänderisch beim Würzburger Juliusspital gekeltert und ausgebaut. Über viele Jahrzehnte nahm der Würzburger Bischof dem Weingutsleiter und den Kellermeistern den Eid auf die Messweinverordnung ab. Die Messweinlieferanten gelobten der Priesterschaft immer reinen Wein einzuschenken. Helmut Klüpfel, heute noch Kellermeister im Juliusspital: „Das ist eigentlich eine ganz schöne Sache gewesen. Man hat sich getroffen und den Bischof kennengelernt, und dabei ist man vereidigt worden.“
Dann im Jahr 2014 kippten die deutschen Bischöfe die Messweinverordnung mit der Begründung: Deutscher Qualitätswein sei immer gut. Als kleinen Trost dürfen die Weingüter mit vormaliger Zulassung den Titel „Messweinlieferant“ auch weiterhin tragen.
Mittlerweile werden die Weine nicht mehr ausschließlich zu eucharistalen Zwecken verwandt, drei von vier Flaschen genießen Laien denen der Wein einfach schmeckt.

Den Stiftern sollte es recht sein: Hauptsache er schmeckt auch der Geistlichkeit.